Gefahr für das Trinkwasser?

Das Odenwälder Echo hat in seiner Ausgabe vom Donnerstag, den 11. Mai 2017 in der Rubrik Rhein-Main und Südhessen einen halbseitigen Artikel des Ressortleiters Politik,  Rainer H. Schlender über die wasserrechtlichen Auflagen aus dem Genehmigungsbescheid für Windkraftanlagen am Stillfüssel und am Kahlberg veröffentlicht. Die Art und Weise wie dieser Bericht geschrieben wurde veranlasste viele Bürger zu heftigen Reaktionen, welche wir in zwei offenen Briefen darstellen möchten:


Von Markus Voigt, Mossautal

Gefahr für das Trinkwasser?

Der Artikel von Herrn Rainer H. Schlender im Rhein-Main und Südhessenteil des Odenwälder Echos vom 11. Mai 2017 wird mich veranlassen das Abonnement dieser Zeitung zu kündigen. Mir ist schon bewusst, dass in dieser Zeitung auch die persönlichen Meinungen der entsprechenden Redakteure wiedergespiegelt werden und ich konnte damit lange Jahre umgehen und die tatsächlichen Nachrichten herauslesen. Was mir aber an diesem Donnerstag zum Frühstück serviert wurde verdient die Bezeichnung „Propagandabericht“ mit all dem faden Beigeschmack welches dieses Wort hierzu bietet.
In genau 13 Tagen soll ein Verwaltungsgericht zu dem Thema Trinkwasser und Windkraftanlagen einen Beschluss fassen und nun wird auf übelste Art und Weise versucht über eine Tageszeitung Einfluss zu nehmen um verloren gegangenes Terrain zurückzuerobern. Der Redakteur scheut sich nicht Tatsachen derart zu vereinfachen und zu verdrehen, dass dies als lächerlich und unsinnig rüberkommt. Auch werden in diesem Artikel nur nebensächliche Argumente angeführt, für den Leser relevante und wichtige Informationen fehlen. Man erkennt schnell, dass der Schreiber keine Ahnung von der doch sehr umfänglichen Materie hat und sieht gar die größere Gefahr an der B460 zwischen Hüttenthal und Hiltersklingen. Ortskundige wissen, dass die Windkraftanlagen westlich von Hiltersklingen gebaut werden also viele Kilometer von dem genannten Ort entfernt. Letztendlich versucht der Verfasser des unsäglichen Artikels auch noch die Bürger Mossautals zu diffamieren in dem er sie mit Vieh gleichsetzt. Der Rechtsanwalt Claus Nadeschdin aus Heidelberg hat hierzu einige Zeilen verfasst:

Schweinejournalismus des Darmstädter Echos
verbannt die Mossautaler Bevölkerung an die Viehtränke

In einem am 11.05.2017 veröffentlichten Artikel über die geplante Errichtung von Windkraftanlagen im Odenwald unter der Überschrift „Gefahr für das Trinkwasser?“ zieht der Journalist und Ressortleiter Politik des Darmstädter Echos doch tatsächlich einen Vergleich überaus schweinischen Charakters: „Und …. dass Hiltersklingen und Hüttental  im Falle einer schlimmen Verschmutzung des Hildegeresbrunnens eine Notversorgung mit Trinkwasser bekommen, bedeutet nicht, dass die Bürger dieser Ortsteile von Mossautal künftig ausschließlich aus Tankwagen getränkt werden“.

Nun ja, man könnte meinen, auch Spitzen seien vom Grundrecht der Meinungs- und Pressefreiheit gedeckt. Doch fragt man sich: Wie kommt es zu einem solchen Vergleich? Befangenheit oder nur schlichte Herabsetzung der Mossautaler Landbevölkerung? In ersterem Fall ist anzumerken, dass sich seriöser Journalismus jeglicher Befangenheit zu enthalten hat. Das ist einer der obersten Grundsätze. Die sachliche Auseinandersetzung hat stets oberste Priorität.

Oder ging es dem Autor bei seiner Gleichstellung von Mensch und Vieh nur darum, den Mossautaler als ungebildeten und engstirnigen Menschen in die Ecke zu stellen, da er nicht in der Lage ist, die Komplexität des Windanlagenprojekts zu verstehen oder es nicht verstehen zu wollen? Dann sei aber auf die Leitsätze des Bundesverfassungsgerichts zur Pressefreiheit hinzuweisen, wonach Kritik zwar auch pointiert, polemisch und überspitzt erfolgen darf. Einen Sonderfall jedoch bilden herabsetzende Äußerungen, die sich als Formalbeleidigung oder Schmähung darstellen. In diesem Fall ist keine Abwägung zwischen der Meinungsfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht notwendig, weil die Meinungsfreiheit regelmäßig hinter den Ehrenschutz zurücktritt.

Der Mossautaler jedenfalls fühlt sich in jeder Hinsicht herabgesetzt. Er ist kein Schwein und wird es auch nicht durch seine Haltung zum Windkraftanlagenprojekt.

Rechtsanwalt Claus Nadeschdin


Von Michael Karb, Mossautal

Sehr geehrte Damen und Herren,
was heute in dem Artikel „Gefahr für Trinkwasser“ durch Ihre Redaktion publiziert wurde, ist ein absoluter Skandal!
Ihr Redakteur schrieb :
…dass Hiltersklingen und Hüttental  im Falle einer schlimmen Verschmutzung des Hildegeresbrunnens eine Notversorgung mit Trinkwasser bekommen, bedeutet nicht, dass die Bürger dieser Ortsteile von Mossautal künftig ausschließlich aus Tankwagen getränkt werden

Meine Damen und Herren, „getränkt“ werden immer noch Tiere !

Auszug aus dem DUDEN:
tränken= – 1. (Tieren) zu trinken geben; 2. sich mit einer Flüssigkeit vollsaugen …

Es geht hier um Trinkwasser für Menschen! Schade, dass Sie davor keinen Respekt haben!

Ich bin nur ein Gas- und Wasserinstallateur, aber meine Deutschkenntnisse reichen noch aus um menschenwürdige Texte zu verfassen!

Die weitere Argumentation in dem Artikel von H. Schlender ist so schlecht, dass jede Argumentation meinerseits völlig überflüssig ist.
Ich werde mich weiter nur mit den vorliegenden Problematiken befassen -und nicht mit Herr Schlender über Toilettenhäuschen sinnieren!

Mit jedem weiteren Bericht auf diesem erbärmlichen Niveau werden Sie nur erreichen, dass noch mehr Menschen erkennen,
dass es hier um Ideologie von Träumern und Subventionsabzocke geht. Die fatalen Ergebnisdaten der Energiewende sagen alles!

Grundrechte der Menschen, Tiere, Natur- und Kulturgüter wurden über Generationen wirkungsvoll gesetzlich beschützt.
Jetzt wird vieles davon einfach geopfert -nur weil es jährlich 25 Milliarden zu verteilen gibt? Es ist eine Schande! ! !
Mit 25 Milliarden Euro könnten wir übergangsweise die Kohlekraftwerke mit Gaskraftwerken ersetzen, riesige Stromspeicher bauen, Kraft-Wärmekopplung lokal ausbauen und die privaten Haushalte stark fördern bei der Anschaffung von Energiespargeräten und neuen Heizungen.
Während die BRD 25 Milliarden der Windlobby hinterher wirft, wird dem Rentner in Griechenland 18% abgezogen weil das Land einen neuen Kredit über 2,5 Milliarden erhält  -passt das noch zusammen? Ist das menschenwürdig und gerecht? Wo sind die hochgebildeten Politiker, Journalisten und Philosophen eigentlich geblieben?
Wollten wir nicht CO² einsparen wie die Weltmeister? Ich habe das für möglich gehalten und gedacht, dass darin eine neue Chance als Weltmarktführer für Deutschland bestehen würde!
Ich verstehe die Hintergründe warum das in der Praxis aktuell nicht klappt – Ihre Redaktion anscheinend nicht!
Fragen Sie sich einmal warum die CO²-Zertifikate so spottbillig geworden sind und somit ihr Ziel total verfehlen?

Auch Journalisten haben eine hohe Verantwortung und sollten für demokratische und gerechte Prozesse in der Gesellschaft stehen -und diese immer wieder einfordern!
Man kann auch einen eingeschlagenen Kurs korrigieren – das ist keine Schande, sondern ein Zeichen für Intelligenz!

Mit ihrem Verständnis von Journalismus möchte ich jedenfalls nichts mehr zu tun haben!
Mein Abo des Odenwälder Echo´s werde ich deshalb kurzfristig kündigen.
Sicherlich benötigen Sie kein Geld vom primitiven Odenwälder-Landvieh!

Michael Karb

 

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