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Presseartikel Weinheimer Nachrichten

MUNA greift BUND an
FÜRTH/GRASELLENBACH, 21.09.2017

Der Schwarzstorch am Odenwälder Himmel sorgt für Diskussionen. Bild: BI Kahlberg

Fürth/Grasellenbach. In die Debatte um den geplanten Windpark auf dem Kahlberg hat sich nun auch der Verein für Mensch, Umwelt, Natur und Artenschutz (MUNA) mit Sitz in Heppenheim eingeschaltet. Anlass ist eine Pressemitteilung des BUND-Kreisverbandes, in der dargelegt wird, dass es in dem betreffenden Gebiet keinen Brutnachweis des Schwarzstorches gibt (OZ vom 15. September). MUNA spricht in diesem Zusammenhang, bezogen auf die BUND-Kreisvorstände Guido Carl und Herwig Winter, von „gravierenden Kenntnislücken, falschen Behauptungen und reinen Vermutungen“.

„Ihr Wissen über die Odenwälder Artenschutzthematik in Bezug auf die Konflikte mit Windindustrieanlagen ist erschreckend gering, was sich dadurch zeigt, dass diese Problematik von Seiten des BUND permanent heruntergespielt, ja sogar geleugnet wird“, schreibt Paul Reil von MUNA. Menschen, die sich für die Naturerhaltung und Artenvielfalt einsetzen, würden diffamiert. Angelika Emig-Brauch von MUNA hält entgegen, dass bei der Prüfung der planerseitigen Unterlagen zum Vorhaben auf dem Kahlberg oder Stillfüssel „erhebliche Mängel und Defizite im naturschutzfachlichen Prüfprogramm vorlagen“.

Mit einer „Scheuklappenmentalität“ labe sich der BUND an „in den Naturhaushalt eindringenden Windrädern“ und diffamiere Bürgerinitiativen. Dies sei nicht weiter zu akzeptieren. „Die noch wenigen Aktiven sollten sich hingegen selbstkritisch hinterfragen und sich besser nicht allzu weit vom EU-Artenschutz- und nationalen Naturschutzrecht entfernen“, rät MUNA.

„Aus Respekt vor unserer Landschaft und der Artenvielfalt und um komplexe fachliche Fragestellung einfach und sachlich darzustellen und zu diskutieren laden wir den BUND zu einem Runden Tisch ein“, schreibt MUNA abschließend. Dort könnten naturschutzfachliche Gesichtspunkte sowie ein Pro und Contra Windenergie öffentlich diskutiert werden.

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Pressemitteilung von MUNA e.V. 17. September 2017
BUND Behauptungen sind irreführend und falsch

Forderung eines Runden Tisches für den Artenschutz
Die Pressemitteilung der BUND Kreisvorsitzenden Herwig Winter und Guido Carl zeugt von gravierenden Kenntnislücken zu wissenschaftlich anerkannten naturschutzfachlichen Standards, die ganz offensichtlich nicht mehr in das Weltbild des BUND bzw. dieser Personen passen. Herwig Winter und Guido Carl belegen eindrücklich in ihrem von falschen Behauptungen und reinen Vermutungen verfassten Schreiben, dass Sie die lokalen Bezüge und regionalen Kenntnisse, die ein Naturschutzverband nachweisen muss, um glaubwürdig zu sein, verloren haben. Ihr geringes Wissen über die Odenwälder Artenschutzthematik in Bezug auf die Konflikte mit Windindustrieanlagen ist erschreckend gering, was sich dadurch zeigt, dass diese Problematik von Seiten des BUND permanent heruntergespielt, ja sogar geleugnet wird, so Paul Reil von MUNA e.V.. Sie vermischen Sachlichkeit mit Polemik und diffamieren die Menschen, die sich tatsächlich für die Naturerhaltung und Artenvielfalt einsetzen, so Reil weiter.
Herwig Winter und Guido Carl werden zwar nicht müde, bei allen Neubauvorhaben den Artenschutz ins Feld zu führen, doch nutzen sie diesen, wie es ihnen passt und nicht nach den eigenen Verbandszielen oder gar unter fachlichen Gesichtspunkten, erläutert Angelika Emig-Brauch von MUNA weiter. So wäre ihnen aufgefallen, dass bei der Prüfung der planerseitigen Unterlagen zum WKA-Vorhaben auf dem Kahlberg oder Stillfüssel erhebliche Mängel und Defizite im naturschutzfachlichen Prüfprogramm vorlagen. Ganz offensichtlich ist der BUND nicht mehr in der Lage, so Dirk Bernd Vorsitzender von MUNA weiter, Freund von Feind zu unterscheiden. Hier wird jeder, der naturschutzfachliche Tatsachen ins Feld führt zum Gegner der Energiewende erklärt. Dieses Scheuklappenphänomen ist beim BUND wie bei den Grünen zum Programm geworden. Diese Mentalität der Ignoranz und Voreingenommenheit artikuliert der BUND-Vorsitzende auch gegenüber der Jägerschaft, hat er doch auch diesen kürzlich in einer Pressemitteilung den Krieg erklärt. Dort glaubte ein Habichtfreund, dass ein Jäger einen Habichthorst ausgeschossen haben soll, da ein Loch im Nest war. Doch auch hier wird anderen Menschen einfach etwas unterstellt, was offensichtlich der derzeitigen Weltanschauung des BUND entgegenkommt und artökologische Verhaltensweisen, die diesen sogenannten „Naturschützern“ oft gar nicht bekannt sind, völlig ausklammert. Auch im Falle des angeblich beschossenen Habichthorstes liegt der BUND höchstwahrscheinlich abermals fachlich falsch, so Dirk Bernd weiter, denn was den „BUNDlern“ wohl entgangen ist, ist die Tatsache, dass Waschbär und Baummarder in unserer Region flächendeckend vorkommen. Beide Säugetierarten besetzen insbesondere im Winter und Frühjahr Greifvogelnester und wühlen in der weichen Nestmulde nach Fressbarem. So kommt es nicht selten vor, dass mittig in Greifvogelhorsten ein Loch entsteht.
Solche Erkenntnisse erhält man aber nur über stetige, neutrale Beobachtungen und wenn man auch in der Lage ist, offen und unvoreingenommen die Natur ohne Wertung zu beurteilen.
Die derzeitige Scheuklappenmentalität des BUND, die sich einzig auf den Habicht konzentriert und die Jäger in Sippenhaft nimmt, oder aber sich an in den Naturhaushalt eindringenden Windrädern labt und Bürgerinitiativen diffamiert und sich einredet die Welt sei nun gerettet, ist nicht weiter zu akzeptieren. Die noch wenigen Aktiven sollten sich hingegen selbstkritisch hinterfragen und sich besser nicht allzu weit vom EU-Artenschutz- und nationalen Naturschutzrecht entfernen.
Die Entwicklung des BUND insgesamt ist sehr bedauerlich. Zumal diese Anschuldigungen selten im direkten Gegenüber ausgesprochen werden, so Reil weiter. Aus Respekt vor unserer Landschaft und der Artenvielfalt und um komplexe fachliche Fragestellung einfach und sachlich darzustellen und zu diskutieren laden wir (MUNA e.V.) den BUND zu einem Runden Tisch ein. Dort können naturschutzfachliche Gesichtspunkte sowie ein Pro und Contra Windenergie gerne öffentlich und offen diskutiert werden.
V.i.S.d.P.
für den Vorstand von MUNA e.V.
Dirk Bernd
Vorsitzender MUNA e.V.


Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu – und das zum wiederholten Mal!
Der Kurz-Baustopp, veranlasst durch die Steinfunde an WKA 1-2, wurde schon wieder vom RP aufgehoben.
Laut RP-Darmstadt würde es sich um natürlich gewachsene Steine handeln.
Das RP funktioniert also weiter perfekt im Takt der Windkraft-Industrie – alle Probleme werden konsequent aus dem Weg geräumt.
Anscheinend fühlt sich dort kein Mitarbeiter mehr der Sache verpflichtet – nur der Politik.

Anbei die Bilder der angeblich natürlich gewachsenen Steine…

Verschwunden seit ca.02.09.17 WP1/2

 

 Presseerklärung

Neues Gutachten „Situation des Schwarzstorches im Wirkraum des WEA-Vorhabensgebietes am Kahlberg bei Fürth-Weschnitz“

Im Auftrag des Vereins für Naturschutz und Gesundheit südlicher Odenwald e.V. und in Zusammenarbeit mit MUNA e.V. konnte das Büro für Faunistik und Landschaftsökologie des renommierten Ornithologen Dirk Bernd (Lindenfels) durch eine neue Studie eindrucksvoll belegen, dass das derzeit in Bau befindliche Windindustrieprojekt am Kahlberg einer artenschutzfachlichen Katastrophe für den Schwarzstorch gleichkommt.

Die neue Studie enthält valide Raumnutzungsdaten und Verhaltensbeobachtungen zum Schwarzstorch, die auf zwei Revierpaare im Tabu- und Prüfbereich des Kahlbergs schließen lassen und die Funktionsraumbeziehungen zwischen den Revierzentren und Nahrungshabitaten der beiden Paare eindrücklich darstellt, so der ebenfalls als Gutachter arbeitende Geograph Michael Hahl von der Initiative Hoher Odenwald – Verein für Landschaftsschutz und Erhalt der Artenvielfalt e.V. (IHO).

Somit sind die Verbotstatbestände der Tötung durch eine signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos und einhergehend die erhebliche Schädigung der Lokalpopulation bei Planumsetzung der Windindustrieanlagen nach den vorliegenden Studien zweifelsfrei mit höchster Prognosesicherheit gegeben. Die Studie bestätigt und konkretisiert demnach die bereits in 2016 dokumentierten Beobachtungen, die mindestens ein Revierpaar im Prüfbereich nachweisen, und auch die in 2017 weiterführenden Beobachtungen. Aktuell kann in 2017 von mindestens zwei Revierpaaren im Prüfbereich zum Kahlberg ausgegangen werden. Weiterhin kann fachlich valide belegt werden, dass im Tabubereich zum Plangebiet „Kahlberg“ und weiterer Vorhabensgebiete, wie „Stotz/Range“ (Lindenfels/ Reichelsheim), mindestens ein Revierpaar vorkommt, dass bisher übersehen wurde, stellt Dirk Bernd fest.

Die Genehmigung und der Bau von Windindustrieanlagen im Bereich Kahlberg sind somit artenschutzfachlich und artenschutzrechtlich unter unzureichender Datenlage der Planerseite und ganz offensichtlich aufgrund mangelhafter Berücksichtigung der bisherigen vorgelegten Gutachten unabhängiger Gutachter, Institutionen und Naturschutzverbände wie des NABU vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt worden.

Sowohl die Bürgerinitiative Kahlberg, der Verein für Naturschutz und Gesundheit südlicher Odenwald e.V., MUNA e.V. und der NABU-Odenwaldkreis hatten immer wieder Schwarzstorch-Sichtungen gemeldet und Ihre Bedenken ausgesprochen. Zuletzt wurde selbst das von Dirk Bernd 2016 vorgelegte konkrete Schwarzstorchgutachten von den Genehmigungsbehörden schlichtweg ignoriert, sagt Michael Karb.

Vor diesem Hintergrund der neuesten Erkenntnisse ist die Genehmigung der Windindustrieanlagen am Kahlberg nicht nur in Zweifel zu ziehen sondern unverantwortlich, denn es ist mit höchster Prognosesicherheit mit erheblichen Umweltschäden an der sich ohnehin in ungünstigem Erhaltungszustand befindlichen Lokalpopulation beim Schwarzstorch zu rechnen, erläutert Martina Limprecht vom NABU-Odenwaldkreis.                                                                                                       Die BI-Kahlberg sieht in der neuen Expertise einen eindrucksvollen Nachweis, ihrer vorgelegten Einwandschreiben bezüglich des Schwarzstorchvorkommens im nahen Umfeld des Kahlberges. Die bisherige Argumentation der Windkraftprojektierer, dass der Schwarzstorch am Kahlberg nur ein durchreisender Gast wäre, konnte mit sehr vielen eindrucksvollen Bildern und zahlreichen Berichten eindeutig wiederlegt werden.

Auch die bereits 2016 vorgelegten Stellungnahmen der Natur- und Artenschutzvereine Initiative Hoher Odenwald e.V., Bundesnaturschutzinitiative e.V. und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. können nicht länger von den zuständigen Behörden ignoriert werden.

Dass, in der schnellstens erteilten Baugenehmigung, ein Passus mit einer Ausnahme-Tötungserlaubnis für Mäusebussarde aufgenommen werden musste, die Existenz von Wespenbussard, Schwarz- und Rotmilanen am Kahlberg abgestritten wurde (trotz vielen Bildern und Horstkartierungen), 12 Fledermausarten gefährdet werden und Haselmäuse entgegen den EU-Artenschutzrichtlinien überhastet umgesiedelt wurden, führte leider nicht zur Erkenntnis, dass eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich gewesen wäre. Stattdessen erlaubte man sogar den Sofortvollzug um den Betreiber vor finanziellen Nachteilen durch sinkende staatliche Zuschüsse zu bewahren.

Spätestens jetzt sollte aber jedem verantwortungsbewussten Menschen klar sein, dass die geplante Windkraftanlage auf dem Kahlberg artenschutzrechtlich völlig unvertretbar ist! Auch der seltene Schwarzstorch hat ein Recht auf den Lebensraum Odenwald – nicht nur der Mensch! Die BI-Kahlberg wird sich weiter mit voller Kraft für den Natur- und Artenschutz einsetzen und bedankt sich für die aktive Unterstützung von umweltbewussten Bürgern und großzügigen Spendern.

Hintergrundinformationen

Der gesamte Odenwald beherbergt eine Schwarzstorchpopulation, vergleichbar mit der des Vogelschutzgebietes-Vogelsberg in 2004, von mindestens 14 Revierpaaren, die bis 2016 nachgewiesen wurden. Nach neueren Daten (Schwarzstorchstudie 2017 in prep.) ist von 16-18 Revierpaaren im Mittelgebirgsraum Odenwald auszugehen. Da nachweislich alle, selbst kleinste, nur im Frühjahr temporär Wasser führende Fließgewässer und zahlreiche weitere Gewässertypen und Wiesenflächen zum regelmäßig genutzten Nahrungssuchraum des Schwarzstorches im Odenwald gehören, ist eine WEA-Nutzung in diesem Naturraum mit einem der bedeutendsten Lokalpopulationen des Schwarzstorches in Hessen nicht zulässig, da mit höchster Prognosesicherheit bei weiterem Ausbaustand der Windindustrie die Lokalpopulation des Schwarzstorches das gleiche Schicksal erleiden würde wie im Vogelschutzgebiet-Vogelsberg.

Dort ging der Bestand nach dem Bau der Windindustrieanlagen von 14-15 Revierpaaren in 2004 auf 3-4 Revierpaare (A. Rockel & M. Hormann mündl. Mitt. in 2016) bzw. aktuell 5 Revierpaare (BERND 2017) zurück. Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung, um den Anflug der Schwarzstörche an die Fließgewässer (Weschnitz, Marbach oder Streitbach) in Kahlbergnähe zu unterbinden sind nicht möglich, auch eine Verlagerung von Thermik-, Balz- und Flugräumen zur Reduktion des signifikanten Tötungsrisikos ist unmöglich. Funktionsraumbeziehungen die von der ausgesprochen reviertreuen Art einmal aufgebaut wurden, können nicht durch geringfügige Maßnahmen, wie z.B. der „Neuanlage von Teichen“ ausgeglichen bzw. ersetzt werden.


Erhöhte WALDBRANDGEFAHRmit unkontrollierbaren Folgen ?
Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
zu einem brandheissen Odenwald-Thema
Donnerstag, 3. August 2017
19:00 Uhr, Vielbrunn (Odw), Limeshalle

Windkraft-im-Wald-Vortrag-Infoblatt-170803-eB


Pressemitteilung

EnBW verbreitet Lügen über die Gemeinde Mossautal!

Nachdem sich das Darmstädter Verwaltungsgericht am Mittwoch, 24. Mai 2017 in einer
3-stündigen Anhörung mit der Klage der Gemeinde Mossautal gegen das Regierungspräsidium Darmstadt befasst hat, gibt es anscheinend unterschiedliche Auffassung zu dem vorläufigen Ergebnis dieser Verhandlung.

EnBW und das RP Darmstadt wurde bei dem Gerichtstermin aufgezeigt, dass sie nicht nach „Gutsherrenart“ agieren können und dennoch werden in verschiedenen Medien Aussagen wiederholt, welche nicht nur Falsch, sondern auch noch gelogen sind. Durch das gebetsmühlenartige Wiederholen von Unwahrheiten, werden diese nicht war. So behauptet eine EnBW-Sprecherin gegenüber der OZ, dass Mossautal es abgelehnt hätte entsprechende Schutzfilter in seine Trinkwasserquelle einbauen zu lassen. Dies ist nachweislich eine Lüge! Nach dem EnBW und die Gemeinden Fürth und Grasellenbach es nicht für nötig befunden haben die Gemeinde Mossautal, wie es unter guten Nachbarn üblich ist, über die Planungen am Kahlberg zu unterrichten, wurde kurz nach der Genehmigung versucht die Gemeinde Mossautal zu einem kurzfristigen Termin zu laden. Der Bürgermeister wollte bei einem Termin verständlicherweise einen Rechtsbeistand dabeihaben. EnBW schlussfolgerte daraus voreilig eine ablehnende Haltung der Gemeinde Mossautal und schloss Mossautal aus allen weiteren Gesprächen aus. Schlimmer noch, gegenüber dem RP wurde die Behauptung geäußert, dass die Gemeinde Mossautal sich allen Gesprächen verweigere. In einem Telefongespräch zwischen einem Mitglied der BI-Kahlberg und dem RP wurde dies auch so mitgeteilt und mit dem Nachsatz versehen, dass die Gemeinde selbst schuld wäre. Ein ungeheuerlicher Vorgang.

Doch was ist das Hauptproblem zwischen der Gemeinde Mossautal und dem Baden-württembergischen Energieladen EnBW?

Die Genehmigung für den Bau der Windkraftanlagen wurde am letzten Tag im Jahr 2016 erteilt. Sie enthielt eine Unmenge an Auflagen. Alleine 54 Auflagen für den Bereich des Trinkwasserschutzes. Orientiert hatte sich das Regierungspräsidium auch an den Einschätzungen, des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), eine technisch-wissenschaftliche Umweltbehörde im Geschäftsbereich des Hessischen Umweltministeriums, welche schon im Vorfeld auf eklatante Probleme für den Bereich des Trinkwasserschutzes am Kahlberg sah. EnBW hat schon sehr schnell nach Erteilung der Genehmigung begonnen mit Arbeiten am Kahlberg zu beginnen. Hierbei wurden schon die ersten Auflagen der Genehmigung missachtet. Über das RP wurde uns mitgeteilt, dass dies ja keine Arbeiten wären, sondern nur Vorbereitungen und später Baumfällarbeiten, welche noch keine Rodung darstellen würde. EnBW versucht sich mit Spitzfindigkeiten herauszureden, wohlwissend, dass jeder Tag für sie zählt. Schließlich steht es ja auch in der Genehmigung zum Sofortvollzug, dass EnBW einen großen Verlust an Subventionen (gem. EEG) erleiden würde, wenn die Anlagen zu einem späteren Zeitpunkt gebaut würden. Hier geht es um Tage! Sicherlich dürfte somit jedem klar werden, dass es bei diesem Pseudo-Zeitdruck nicht um den Klimawandel oder Sicherung der Energieversorgung geht.

Die Gemeinde Mossautal hat zügig Klage gegen den Genehmigungsbescheid eingereicht, da man trotz der Auflagen eine nicht zumutbare Gefährdung der Trinkwasserversorgung sieht. Nicht nur die Gefahr der Verunreinigung, sondern auch durch Minderung oder gar Versiegen der Quellschüttung. EnBW hingegen sieht in den vielen Auflagen nur unnötige und kostspielige Beschränkungen und hat seinerseits Klage eingereicht. Trotzdem beantragt und erhält EnBW den Sofortvollzug zum Bau der Anlagen. Dubios erscheint einem die Haltung des RP in Darmstadt, welche diverse Verstöße der Auflagen toleriert oder mit einer eigenen Wahrnehmung generell anders deutet und keinen Handlungsbedarf sieht. Letztendlich gipfelt die Ignoranz des RP darin, wie der BI-Kahlberg mitgeteilt wurde, dass die Umsetzung der Auflagen allein Aufgabe des Betreibers sei und die Einhaltung seitens des RP nicht umfassend kontrolliert werden könne. Das ist so wie wenn man einem Alkoholiker den Schlüssel zum Weinkeller gibt und ihn beauftragt dafür zu sorgen, dass kein Wein getrunken wird und wenn doch dann ist keine Strafe zu erwarten.
Die Liste der Verstöße wird länger und länger. Selbst als das Verwaltungsgericht Darmstadt bis zur Klärung die Einstellung von Arbeiten erbeten hat, wurde dies ignoriert. Im RP war man der Ansicht, dass das Gericht sich wünschen kann was es will, solange da keine Weisung erfolgt macht man munter weiter. Laut dem Anwalt der Gemeinde Mossautal ist so eine Vorgehensweise gegenüber dem Gericht unüblich und respektlos. Unmittelbar vor dem Gerichtstermin  wurde eine weitere Weisung des Verwaltungsgerichtes von EnBW missachtet. Trotz  Meldepflicht an Gericht und Quellbetreiber vor Arbeitsbeginn, wurden die betroffenen Gemeinden Mossautal und Reichelsheim nicht vorinformiert, und die Entfernung von Baum-Wurzelstöcke und andere Arbeiten am Kahlberg rücksichtslos durchgeführt. Hier wird nicht nur unser Recht mit Füssen getreten, sondern auch unsere Judikative.

Nun kann man denken was man will, Auflagen aus dem Genehmigungsbescheid könnten sicherlich noch deutlicher konkretisiert werden, aber es bleiben Auflagen. Das eine Sprecherin der EnBW in einer Zeitung nun von „Konzepten“ spricht und bei der Auflage eine Ersatztrinkwasserversorgung zu schaffen als „Notfallplan“ den Einsatz des Technischen Hilfswerks anbietet, zeigt doch schon wie hilflos und ohne Plan EnBW agiert. Der Betreiber sitzt weit weg in Baden-Württemberg, woher die Menschen im hessischen Odenwald ihr Trinkwasser erhalten scheint ihm gelinde gesagt egal.

Dass die BI-Kahlberg die Wertungen des Gerichts als wichtigen Teilerfolg sieht, liegt vor allem an der Tatsache, dass das Verwaltungsgericht vielen Punkten welche die BI angeführt hat, gefolgt. Nach wie vor, ist für die Bürgerinitiative aber nicht nachvollziehbar, welche Konkretisierung der Auflagen die Quantität der Schmerbachquelle sicherstellen sollte.
Aus Sicht der BI-Kahlberg ist diese Sicherstellung schlichtweg unmöglich und somit ist die Genehmigung aufzuheben.

Ein besonderes Geschmäckle ist übrigens noch der Fakt, das über 46% des Unternehmens EnBW in Besitz des Landes Baden-Württemberg sind. Die Landesregierung in BW findet anscheinend besonderen Gefallen daran in anderen Bundesländern Lasten zu platzieren, solange der Profit in Baden-Württemberg bleibt.

Es bleibt spannend.

Markus Voigt
BI-Kahlberg


Sternwanderung oder Fahrradtour an die Trinkwasserquelle von Hiltersklingen/ Hüttenthal am Sonntag den 9.4.2017 ab 14:00

Ab 14:30 Uhr wird der Geograph Dr. Richard Leiner an der Quelle eine Rede halten und steht danach auch für Fragen zur Verfügung. Die BI-Kahlberg wird außerdem Informationsmaterial bereit halten und über den aktuellen Projektstand der geplanten Windkraftanlagen auf dem Kahlberg informieren.

Für Ihren Durst reichen wir kostenlos reines Trinkwasser von der Hildegeresquelle!
Auch bieten wir Kaffee und Kuchen gegen eine kleine Spende an.
Machen Sie einen schönen Spaziergang und genießen Sie den Tag in angenehmer Gesellschaft.
Lageplander Quelle und Vorschlag für öffentliche Parkmöglichkeiten finden Sie hier:

BÜRGERVERSAMMLUNG in Mossautal
am Montag, den 20. März 2017 in Mossautal
ab 20:00 Uhr in der Mossautalhalle, Güttersbacher Straße 4, Mossautal-Hüttenthal

Thema: Gefährdung der Trinkwasserversorgung in Hiltersklingen und Hüttenthal durch den Bau von Windkraftanlagen.

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.


 

Demonstration in Grasellenbach
am Mittwoch, den 23. November 2016 in Grasellenbach
ab 18:00 vor der Nibelungenhalle, Guntherstr.

Die Firmen EnBW & Dialog Basis veranstalten an diesem Tag eine einseitige Bürger-Infoveranstaltung zum geplanten Windpark „GAIA-1“ auf dem Kahlberg.
Die BI-Kahlberg hatte in einem mehrstündigen Vorgespräch mit den Moderatoren von Dialog-Basis auf diverse Probleme und gutachterliche Fehleinschätzungen bei dem Projekt hingewiesen. Letztlich wurde mit Firma Dialog-Basis vereinbart eine gemeinsame Bürger-Veranstaltung zu veranstalten.
Nach diesem Vorgespräch hörten wir 7 Wochen lang nichts mehr von den „Moderatoren“ und wir mussten auf der Homepage von Fürth lesen, dass am 23.11.16 eine Infoveranstaltung stattfindet. Eine Einladung dazu haben wir erst nach einer sehr massiven Beschwerde erhalten!
Es wurde uns telefonisch mitgeteilt, dass es bei diesem Termin keine Möglichkeit für uns gäbe an einer Diskussion teilzunehmen und dass wir keinen Infostand in der Halle aufbauen dürften. Alle 5 Infostände würden von Firma EnBW besetzt.
Unter Dialog verstehen wir was ganz anderes !

Wir haben uns deshalb sehr kurzfristig zu einer kleinen Demonstration vor der Nibelungenhalle ab 18°° Uhr entschlossen.

Wir bitten um Eure Unterstützung und hoffen auf eine rege Teilnahme!


Groß-Demonstration aller hessischen Bürgerinitiativen
Am Donnerstag, den 1. Dezember 2016 in Wiesbaden

Treffpunkt 10:45 Uhr vor dem Staatstheater, Christian-Zais-Straße 3

Weitere Informationen zum Hintergrund und Ablauf hier:
Beitrag zur Großdemo


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https://www.facebook.com/BI-Kahlberg


Die BI Kahlberg trifft sich regelmäßig! Informationen gerne per Email.


Wer sich in eine Unterschriftenliste eintragen möchte, kann dies aktuell bei folgenden Stellen tun:

Avia Tankstelle Helm in Hiltersklingen

Rathaus Mossautal

SRP intensiv GmbH, Erbacher Str. 45, Hiltersklingen

oder einfach online, hier auf der Webseite.

BI-Kahlberg-b-klein BI-Kahlberg-GEBi-Kahlberg-Weschnitz-klein

hunsrück-a-klein

Walburgiskapelle